Astronomisches Bild des Tages

Das Mare Orientale, lateinisch für „Östliches Meer“, ist eines der auffälligsten großräumigen Mondmerkmale. Als jüngstes der großen Mond-Einschlagbecken ist es aus der Perspektive der Erde nur sehr schwer zu erkennen. Dennoch ist das „Östliche Meer“, aufgenommen am 7. Juli während einer Phase günstiger Neigung – der sogenannten Libration – der Mondvorderseite, in dieser scharfen Teleskopaufnahme oben rechts zu erkennen. Auf dem Bild ist das große Mondmeer extrem verkürzt dargestellt und erstreckt sich entlang des westlichen Randes des Mondes. Das vor über 3 Milliarden Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden entstandene Einschlagbecken hat einen Durchmesser von fast 1000 Kilometern; seine konzentrischen, kreisförmigen Strukturen sind Wellen in der Mondkruste. In direkteren Aufnahmen der Region, die aus der Mondumlaufbahn aufgenommen wurden, sind sie jedoch etwas leichter zu erkennen. Warum also befindet sich das „Östliche Meer“ am westlichen Rand des Mondes? Das Mondmerkmal „Mare Orientale“ wurde bereits vor 1961 benannt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Konvention zur Bezeichnung von Ost und West auf Mondkarten umgekehrt.