Astronomisches Bild des Tages

Was zeigt das neue, schärfste Bild unserer Sonne? Instabilität. Genauer gesagt: eine bestimmte Art von Wechselwirkung, die als Kelvin-Helmholtz-Instabilität (KHI) bezeichnet wird. Diese Instabilität kann Wellen und Wirbel erzeugen, wenn zwei Ströme aneinander vorbeiströmen – in diesem Fall variierende Ströme aus magnetischem Sonnenplasma. Lange Zeit wurde vermutet, dass KHI-Streifen und -Wirbel auf der Sonnenoberfläche auftreten; nun wurden sie in gerade veröffentlichten, beeindruckenden hochauflösenden Bildern bestätigt, die kürzlich vom Inouye-Sonnenteleskop auf Hawaii, USA, aufgenommen wurden. Das hier gezeigte, in falschem Gelb dargestellte Bild – das eigentlich in tiefem Blau aufgenommen wurde – ist das bislang hochauflösendste Bild der Sonne im sichtbaren Licht. Es erstreckt sich über etwa den Radius der Erde, doch seine feinsten Details sind so groß wie eine Stadt. Zu sehen sind mehrere glatte Oberflächen sich verändernder Sonnengranula, während an den Rändern der blumenartigen Strukturen mehrere KHI-Wirbel festgestellt wurden. Zukünftige Forschungen könnten untersuchen, wie das KHI dazu beiträgt, Energie und Magnetfelder zu transportieren, und möglicherweise sogar die umgebende Sonnenkorona erwärmt.