Astronomisches Bild des Tages

Manchmal sieht Webb Licht, wo Hubble Dunkelheit wahrnimmt. Ein Beispiel dafür sind die heutigen zusammengesetzten Bilder von Messier 64 (M64), einer nahen Spiralgalaxie mit vielen Namen. Das dunkle Staubband, das ihren hellen Kern teilweise verdeckt, hat ihr den Spitznamen „Black-Eye-Galaxie“ eingebracht. Webbs Mid-InfraRed Instrument (MIRI) erfasst diesen Staub, der rot dargestellt ist, da er das Licht der umgebenden neu entstandenen Sterne absorbiert und wieder abstrahlt. Diese jungen Sterne sind in den rosa Sternentstehungsgebieten eingebettet, die auf dem sekundären, ausschließlich vom Hubble-Teleskop aufgenommenen Bild zu sehen sind. Die inneren und äußeren Gasregionen von M64 drehen sich gegenläufig, wodurch Bereiche mit verstärkter Sternentstehung entstehen, in denen sich die beiden Gasströme treffen und verdichten. Eine Verschmelzung zwischen M64 und einer kleineren Galaxie war wahrscheinlich die Ursache für die gegenläufige Bewegung des äußeren Gases. Früher ging man davon aus, dass Spiralgalaxien eine friedliche Entwicklungsgeschichte hätten. M64 war ein entscheidender Beweis dafür, dass Spiralgalaxien, einschließlich der Milchstraße, Verschmelzungen durchlaufen können und dies auch tatsächlich tun. Webbs Blick auf M64 wird den Astronomen Aufschluss über die Struktur, Bewegung und Zusammensetzung des Staubs in der Galaxie geben und die Verschmelzungsgeschichte sowie die Entwicklung der Galaxie in einen größeren Zusammenhang stellen. Die Hauptseite von APOD bei der NASA zieht um: von apod.nasa.gov zu science.nasa.gov/apod