Astronomisches Bild des Tages

Das ist kein Mond. Aber man könnte es dir nachsehen, wenn du denkst, es sei eine Mondsichel am Himmel. Es ist eine wenig bekannte Tatsache, dass auch die Venus Phasen hat. (Wie sieht es mit anderen Planeten aus?) Das Titelbild zeigt die Venus, die fast genau zwischen Sonne und Erde zu sehen ist. Dies geschieht einmal alle anderthalb Jahre und ähnelt der Konstellation, die jeden Monat bei Neumond auftritt. Doch während der Neumond dunkel ist, bricht und streut die von hinten beleuchtete Atmosphäre der Venus das Sonnenlicht und erzeugt so einen leuchtenden Halbmondbogen, der sich über 180 Grad erstreckt: Die Enden dieses Bogens werden als „Hörner“ bezeichnet. Der Halbmond ist in der Dämmerung mit einem kleinen Teleskop oder einem Fernglas zu sehen, doch wer über ein außergewöhnlich scharfes Sehvermögen verfügt, kann ihn möglicherweise auch mit bloßem Auge erkennen. Möglicherweise waren die alten babylonischen Astronomen die ersten, die die Helligkeitsänderungen der Venus untersuchten, die mit ihren Phasen zusammenhängen. Viele andere Kulturen verfügen über ähnliche astronomische Aufzeichnungen, darunter auch das älteste erhaltene Maya-Buch.